Kaminofen ABC
Nützliche Informationen für Kamine

Holzverbrennung
Holz verbrennt zu 80% als Gas. Demnach ist Holz eigentlich ein„ gasförmiger“ Brennstoff.
Chemisch betrachtet ist die Holzverbrennung ein radikaler Vorgang, der eigentlich nur schwer zu steuern ist.
Bei der Verbrennung unterscheidet man Primär- und Sekundärluft.
Primärluft wird unmittelbar dem Verbrennungsort zugeführt.
Aber 80% des Holzes verbrennen oberhalb des Verbrennungsortes.
Die dort zugeführte Luft ist die Sekundärluft.
Holz verbrennt in 3 Phasen: Trocknungsphase - Entgasungsphase - Oxidationsphase
Holz, das 2 Jahre getrocknet wurde, hat den doppelten Heizwert wie frisch geschlagenes Holz aus dem Wald.
Empfehlungen für Kaminöfen
Vorbereitung:
1. Voraussetzung ist, dass Ihr Kaminofen fachgerecht installiert wurde und die Eignung Ihres Schornsteins die Brandschutzmaßnahmen (Sicherheitsabstände) und die Verbrennungsluft-Versorgung von dem zuständigen Schornsteinfegermeister positiv bewertet wurden.2. Verbindungsstücke sollten möglichst direkt steigend zum Schornstein geführt werden.
3. Entfernen Sie alle Verpackungsaufkleber am Gerät und entnehmen Sie alle dem Ofen beigefügten Schriften und Bedienhilfen (z.B. Anleitung, Handschuh).
4. Lesen Sie die beigefügten Anleitungen genau durch und befolgen Sie die vom Hersteller angegebenen Richtlinien.
5. Beim ersten Anheizen öffnen Sie bitte alle Fenster im Aufstellraum, da die Schutzlackierung wegen Nachtrocknung zu Geruchsbelästigung führen kann.
6. Verwenden Sie nur trockenes Holz – am Besten eignet sich Buche und Birke.
Heizen:
1. Primär- und Sekundärluft maximal öffnen! (Achten Sie auch darauf, dass die ggf. in Ihrem Verbindungsstück eingebaute Drosselklappe ganz geöffnet ist).2. Zwei bis drei Anzündwürfel auf den Rost geben und darauf Reisig oder kleine Holzstücke legen.
3. Entzünden Sie die Würfel und lehnen Sie die Feuertür zunächst nur an (nicht ganz schließen), damit die Rauchgase nicht gleich an der Sichtscheibe kondensieren können. So vermeiden Sie, dass die Sichtscheibe schnell beschlägt.
4. Öffnen Sie beim Nachlegen von Brennstoff die relativ große Tür vorsichtig, damit durch Sog- Wirkung keine Rauchgase in den Wohnraum ziehen.
5. Legen Sie nur soviel Brennstoff auf, wie in der Bedienungsanleitung angegeben wird.
6. Hat Ihr Ofen Betriebstemperatur erreicht, schließen Sie die Primärluft stufenweise nur so weit, dass Sie noch „lebhafte Flammen“ beobachten können.
7. Es wird empfohlen, die Sekundärluft ganz geöffnet zu lassen, damit möglichst viel „Scheibenspülluft“ ein Beschlagen der Sichtscheibe verhindert.
8. Regeln Sie möglichst Ihren Wärmebedarf mit der Aufgabemenge des Brennstoffs.
9. Ein zu starker Drosselbetrieb ist zu vermeiden, da er zu unnötiger Umweltbelastung sowie zu starker Verschmutzung des Feuerraums, der Sichtscheibe und der Rauchgaszüge führt.
Nützliche Informationen für Kaminöfen
Viele Betreiber eines Kaminofens sind mit ihrer Feuerstätte eigentlich ganz zufrieden. Wenn der Ofen in Betrieb ist, gibt er wunderbare Wärme ab und das Holz knistert hinter der Scheibe. Doch leider kann man das Feuer nicht sehen, da die Scheibe immer schwarz wird. Das muss nicht unbedingt sein. Manchmal reichen bereits einige Tipps, um die Funktion eines Ofens zu verbessern.Brennraum - Geometrie:
Um optimale Verbrennungsergebnisse zu erzielen, muss die Sekundärluft richtig dosiert und dort zugeführt werden, wo eine hohe Umgebungstemperatur (> 500°C) vorhanden ist. Nur dann ist eine einwandfreie Reaktion des Sauerstoffs mit den noch nicht nachverbrannten Rauchgasen möglich (Oxidation). Die Brennräume sind daher häufig mit Wehalite- oder Skamolplatten ausgerüstet, die den Brennraum so isolieren, dass während des fast gesamten Brennvorganges die notwendigen Temperaturen erreicht werden. Beide Werkstoffe bestehen aus hochdruckgepresstem Vermiculite, einem glimmerartigen Naturprodukt.Schamottplatten müssten fast dreimal so dick ausgelegt werden, um den gleichen Effekt zu erzielen. Durch die hohen Temperaturen entstehen auf den Oberflächen der Schutzplatten fast keine Rußablagerungen. Geringe Ablagerungen brennen sich selbst wieder frei.
Eine mechanische Reinigung ist nicht notwendig und auch zu vermeiden, da sonst Beschädigungen an der Oberfläche entstehen können. Beim Bestücken mit Brennstoff (Holzscheiten) ist darauf zu achten, dass die Holzscheite nicht zu fest gegen die Platten gestoßen werden.
Raumheizvermögen von Kaminöfen:
Die Angabe des Raumheizvermögens in unseren Verkaufsunterlagen soll dem Kunden eine Entscheidungshilfe für die Auswahl der Leistungsgröße seines Kaminofens geben. Kaminöfen sollten für den jeweiligen Aufstellraum keinesfalls überdimensioniert ausgewählt werden. Überdimensionierte Geräte müssen ständig gedrosselt werden und können dadurch nicht optimal ausbrennen. Die Folge ist, dass die Sichtscheibe beschlägt und alle rauchgasführenden Teile durch kondensierende Rauchgase verteeren können.Das Raumheizvermögen eines Kaminofens wird entsprechend DIN 18893 in 3 verschiedenen Größen angegeben (siehe Technische Daten in unseren Prospekten). Diese Angaben richten sich im Wesentlichen nach der Lage des Wohnraums, in dem der Kaminofen aufgestellt werden soll.
1. Günstigste Heizbedingungen ergeben Räume, die nach Süden gerichtet sind und nur eine Außenwand haben.
2. Weniger günstige Heizbedingungen ergeben Räume mit nur einer Außenwand, jedoch unbeheizten Nebenräumen.
3. Ungünstige Heizbedingungen ergeben Räume mit 2 Außenwänden und Nordlage.
Faustregel ist, dass Sie pro kW Nennwärmeleistung etwa 15 - 20 m³ Wohnraum beheizen können
Verschmutzte Scheiben:
Ein häufiges Problem bei Kaminöfen und bei Kaminen mit Glastüren: Die Abgase kondensieren an der (relativ) kalten Scheibe und schwärzen die innere Oberfläche. Erste Regel: Legen Sie das Brennholz ganz nach hinten gegen die Rückwand. Legen Sie die Holzscheite immer quer in den Ofen, niemals mit der Stirnseite zur Scheibe (an den Stirnseiten tritt das meiste Holzgas aus). Verwenden Sie nur trockenes unbehandeltes Holz (keinen Holzabfall).Gut konstruierte Feuerstätten verhindern die Schwärzung der Scheiben durch geschickt vorgeheizte Verbrennungsluft, die von innen an der Scheibe entlanggeführt wird (Sekundärluft). Dieses System funktioniert aber nur, wenn gleichzeitig die Primärluft (Luftführung durch die Ascheschublade bis unter die Flamme) weit gedrosselt oder ganz geschlossen wird.
Die Primärluft bleibt nur während der Anheizphase geöffnet. Manchmal nützen auch diese Tipps nichts: Dann ist Ihr Ofen entweder undicht ("Falschluft" pfeift unkontrolliert durch Türen und Ascheschublade in den Brennraum) oder Ihr Ofen ist konstruktiv nicht mit einer funktionsfähigen "Scheibenspülung" ausgestattet. Sekundärluftschieber im Bereich des Scheibenrahmens lassen nur kalte Luftschleier zur Scheibe gelangen und halten die Scheibe meist nur stellenweise durchsichtig. Es gibt auch Öfen, an denen die Sekundärluft nicht geregelt werden kann. Hier hilft nur eine Drosselklappe im Abgasrohr, die bei zu starkem Schornsteinzug ein unkontrolliertes Abbrennen des Brennstoffes verhindert.
Rauch beim Nachlegen von Holz:
Dieses Problem tritt häufig bei Kaminöfen mit großen Türöffnungen auf. Wenn man während des Betriebes die Tür öffnet, muss der Schornstein plötzlich die achtfache Luftmenge fördern, um im gesamten Türöffnungsbereich einen Unterdruck zu erzeugen. Der Schornstein ist hierzu nur in der Lage, wenn er einen ausreichenden Querschnitt und genügend wirksame Höhe hat.Man sollte deshalb vor dem Kauf eines Ofens vom Schornsteinfeger prüfen lassen, ob der Schornstein für einen Kaminofen mit Panoramascheibe (freier Querschnitt bei geöffneter Tür über 1200 cm²) geeignet ist. Falls dies nicht der Fall ist, kann man auf Öfen mit geteilter oder kleinerer Tür ausweichen. Haben Sie bereits den "verkehrten" Ofen im Wohnzimmer stehen, helfen manchmal auch folgende Tipps (siehe Folgeseite).
Ofen "Zieht" nicht:
Die Ursache liegt meistens in einem verschmutzten Verbindungsstück oder am Schornstein. Prüfen Sie, ob eine evtl. vorhandene Drosselklappe im Verbindungsstück in der richtigen Position (offen) steht. Beim Anheizen drückt oft Rauch zurück, weil der Schornstein noch keine Wärme bekommen hat. Ein Schornstein "zieht" nur, wenn er innen wärmer ist als außen. Insbesondere Schornsteine, die an der Außenwand hochgeführt worden sind, brauchen erst einen kleinen "Anschwung". Hier hilft im Notfall Omas Hausmittelchen: Etwas Papier in die untere Reinigungsöffnung legen und anzünden. Danach kann man den eben erzeugten Auftrieb für den Anheizvorgang nutzen. Eventuell ist der Querschnitt des Schornsteines nicht ausreichend bzw. die Ofentür zu groß (siehe oben: Rauch beim Nachlegen von Holz).Ofen wird zu heiss, Holz brennt zu schnell weg:
Die meisten Kaminöfen haben eine Wärmeleistung von ca. 6 - 8 kW. Für ein durchschnittliches Wohnzimmer von 30 m² viel zu viel (Wärmebedarf im Neubau bei -10°C = ca. 2 kW). Die Folge ist eine Raumtemperatur von 30°C und mehr. Sie sollten versuchen, weniger Holz aufzulegen und die Flamme klein zu halten. Evtl. liegt das Problem auch an Ihrem Ofen: Wenn die Türdichtungen oder der Scheibenrahmen undicht sind, lässt sich der Ofen nicht mehr richtig drosseln. Wenn die Scheibe beim Antippen klappert, muss der Dichtrahmen nachgezogen werden.Die Türdichtung ist ein Verschleißteil und sollte regelmäßig auf Funktion geprüft werden. Der Türgriff sollte beim Verriegeln die Tür fest in die Dichtung drücken. Die Ascheschublade muss am Anschlag vollständig abdichten. Wenn alles nichts hilft, ist vielleicht die Tür verzogen oder der Kaminofen hat große Fertigungstoleranzen. Dieses Problem tritt häufig bei sehr einfachen Kaminöfen mit geringen Qualitätsanforderungen auf.
Holz verbrennt nicht vollständig:
Nachdem das Feuer erloschen ist, befinden sich oft noch unverbrannte Holzstückchen im Feuerraum. Hierfür gibt es zwei Ursachen:Meistens war das Brennholz nicht ganz durchgetrocknet, als es ins Feuer geworfen wurde. Es verbrennt dann nur der Teil, der direkt im Glutbett des vorhandenen Feuers gelegen hat. Der Rest erlischt, sobald die zusätzliche Wärmequelle versiegt (siehe auch Holzlagerung). Eine weitere Ursache kann entweder die Konstruktion der Feuerstätte oder eine Fehlbedienung sein: Holz sollte bei der Verbrennung möglichst keine Luft von unten (über den Rost) bekommen. Die Holzstücke werden, sobald sie direkt über dem Rost liegen, regelrecht weggebrannt. Die Enden bleiben nachher unverbrannt liegen. Optimal ist die Verbrennung in einem Glutbett (wie beim Lagerfeuer). Die Verbrennungsluft kommt von oben und von den Seiten.
Zum Anheizen muss man üblicherweise Luft von unten zugeben (Primärluft), damit das Holz anbrennt. Danach sollte man möglichst schnell die untere Luftzuführung schließen und nur noch mit der Sekundärluft (Luft von oben) regeln. Bei guten Kaminöfen bleibt so auch die Scheibe sauber.
Schamottsteine gebrochen:
In der Schamottierung von Öfen und Kaminen bilden sich häufig dünne Risse. Dies ist normal wenn man bedenkt, dass an den Schamottsteinen Temperaturen von über 600°C entstehen können. Die hohen Temperaturen sorgen für optimale Nachverbrennung der Abgase und verhindern Kondensation und Teerbildung im Brennraum. Kritisch wird es erst, wenn sich Teile der Schamottierung herauslösen und in den Ofen fallen. Es kann dann zu Schäden am Mantel der Feuerstätte oder (bei Kaminen) zu übermäßiger Erwärmung der Gebäuderückwand kommen.Kaminöfen:
Kaminöfen sind Feuerstätten, die mit Ihrer Brennraumgeometrie und Verbrennungsluftdosierung für den Brennstoff Holz, Holzbriketts und Braunkohlebriketts ausgelegt sind. Ein Flachrost sorgt für eine gute Auflage des Holzes im heissen Glut- und Aschebett. Dadurch kühlt das Holzscheit nicht aus, was eine Grundvoraussetzung für eine saubere Verbrennung ist. Speziell angeordnete Verbrennungslufteinlässe sorgen für eine gute Nachverbrennung der aus dem Holz austretenden Gase. Kaminöfen sind daher für die Verbrennung von Steinkohle, Anthrazit, Koks etc. nicht geeignet. Selbstverständlich können Kaminöfen dauernd betrieben werden, falls dies gewünscht wird.Dauerbrandöfen:
Dauerbrandöfen sind Feuerstätten, deren Brennraum mit einem Füllschacht für Kohlebrennstoffe ausgerüstet ist. Der Füllschacht fasst die Menge Kohle, die für einen 4-stündigen Dauerbrand unter Nennwärmeleistung ausreicht, ohne neue Kohle auffüllen zu müssen. In Kleinstellung können diese Öfen bis 16 Stunden betrieben werden, ohne nachgefüllt zu werden.Der in der Kohle enthaltene Kohlenstoff verbrennt mit kurzer Flamme und benötigt hauptsächlich Verbrennungsluft von unten durch den Rost. Die Regelung kann über einen Automatikregler erfolgen.
Für Holz gelten diese „Dauerbrand“-Eigenschaften nicht – man muss öfter nachlegen, um die Leistung des Ofens langfristig zu erhalten. Die Automatik-Luftregelung wird dabei auf manuellen Betrieb umgestellt.




